Treffen von BMWE und Bund der Wasserstoffregionen in Berlin
Treffen von BMWE und Bund der Wasserstoffregionen: Mittelstand stärker in die Energietransformation einbinden
Berlin, 03.02.2026 – Die Parlamentarische Staatssekretärin Gitta Connemann hat sich gemeinsam mit weiteren Vertreterinnen und Vertretern des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) mit dem Bund der Wasserstoffregionen (BdWR) zu einem fachlichen Austausch über den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft und die Rolle des Mittelstands in der Energietransformation getroffen.
Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Frage, wie insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit hohem Prozesswärmebedarf künftig verlässlich in die Wasserstoffwirtschaft eingebunden werden können. Der BdWR machte deutlich, dass ein erheblicher Teil des industriellen Transformationsbedarfs abseits des Wasserstoff-Kernnetzes anfällt und bislang in der politischen Ausgestaltung nur unzureichend berücksichtigt wird.
„Der Mittelstand ist das Rückgrat unserer Wirtschaft. Genau dieser ist aber in den letzten Jahren bei der Energietransformation aus dem Blick geraten“, betonte die Parlamentarische Staatssekretärin Gitta Connemann. „Viele Unternehmen wollen und müssen ihre Prozesse dekarbonisieren. Aber es ist nicht immer eine vollständige Elektrifizierung möglich. Und es fehlt noch der Zugang zu Wasserstoff in der Fläche. Dabei kann gerade der Mittelstand einen zentralen Beitrag zur Energiewende leisten, indem er Prozesswärme aus Wasserstoff flexibel einsetzt. Wir sind gut beraten, ihn als zentralen Akteur der Energiewende stärker zu berücksichtigen. Dies betrifft auch gezielte Unterstützung in der Breite - für mittelständische Betriebe handhabbar, nah an den betrieblichen Realitäten und bürokratiearm.“
Der BdWR verwies in diesem Zusammenhang auf die große Bedeutung gasbasierter Prozesswärme für Industrie und Handwerk. Herr Norbert Heuser, Landrat des Landkreises Heilbronn, unterstrich die arbeitsmarktpolitische Dimension:
„Rund 1,7 Millionen Arbeitsplätze in Deutschland hängen heute von gasbasierter Prozesswärme ab. Auch wenn nur ein Teil dieser Prozesse nicht elektrifizierbar ist, sprechen wir immer noch über eine erhebliche Zahl an Arbeitsplätzen – vor allem in KMU –, für die Wasserstoff eine zentrale Transformationsoption darstellt. Diese Realität muss sich in den Förder- und Markthochlaufinstrumenten widerspiegeln.“
Aus Sicht des BdWR ist es entscheidend, neben zentralen Förderansätzen auch eine dezentrale, regional verankerte Lösung zu etablieren, um Unternehmen außerhalb des Kernnetzes eine Perspektive zu eröffnen. Das vom BdWR entwickelte Konzept H2Regional wurde im Rahmen des Treffens als vielversprechender Ansatz diskutiert, um Nachfrageimpulse entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu setzen und Investitionen in den Regionen anzureizen.
Die Gesprächspartner vereinbarten, den fachlichen Austausch fortzusetzen und die Belange der Regionen sowie des Mittelstands im weiteren politischen Prozess eng zu begleiten.